GLORIARMS Research
Fed · EZB · Bank of England · Bank of Japan · SNB · Bank of Canada — alle Zinsänderungen seit 2008 als Grafik, dazu die aktuellen Markterwartungen für die September-Sitzungen und das Jahresende 2026.
Datenstand: 3. September 2026 · zuletzt geprüft: 7. September 2026
KI-unterstützt · geprüft von Stefan Hamberger
Der Energiepreisschock infolge des Nahost-Kriegs hat die Geldpolitik weltweit auf den Kopf gestellt — das Inflationsbild bleibt gespalten und hat sich im August noch einmal verschärft: Die Eurozone-Inflation zog laut Flash-Schätzung auf 3,3 % an (August, nach 2,9 % im Juli), während die Kernrate auf 2,4 % fiel (nach 2,5 %); getrieben wurde der Anstieg der Gesamtrate von einem Energiepreis-Sprung auf +14,3 % ggü. Vorjahr (nach +10,3 % im Juli). Die US-Inflation ist dagegen von ihrem Mai-Hoch (4,2 %) über 3,5 % im Juni auf zuletzt 3,4 % im Juli zurückgegangen (Kernrate 2,5 %, nach 2,6 %; Kern-PCE — von der Fed als Indikator der zugrundeliegenden Inflation genau beobachtet, auch wenn sich das 2-Prozent-Ziel der Fed auf den Gesamt-PCE-Preisindex bezieht — lag im Juli unverändert bei 3,3 %) — während sich das Wachstum abkühlt; die US-CPI-Zahl für August folgt erst am 11.09.2026, nach Redaktionsschluss dieser Aktualisierung. Bei den hier betrachteten sechs Notenbanken ist die breite Lockerungsphase 2024/25 damit weitgehend einem stärker divergierenden geldpolitischen Umfeld gewichen. Den Anfang der Gegenbewegung machte die EZB: Am 11. Juni 2026 hob sie den Einlagesatz um 25 bp auf 2,25 % an (wirksam 17. Juni) und kehrte als erste große westliche Notenbank ihren Senkungszyklus um. Die Bank of Japan zog nach und hob am 16. Juni ihren Leitzins auf 1,00 % an — den höchsten Stand seit September 1995. Fed (17. Juni), Bank of England und SNB (beide 18. Juni) hielten ihre Sätze dagegen unverändert, ebenso die Bank of Canada (10. Juni, fünfte Pause in Folge). Im Juli bestätigten fünf der sechs hier betrachteten Notenbanken ihren jeweiligen Kurs mit Holds und wachsenden Falken-Fraktionen — EZB (23.07., einstimmig), Bank of Canada (15.07., sechster Hold), Fed (29.07., Votum 9:3), Bank of England (30.07., Votum 6:3) und Bank of Japan (31.07., Votum 8:1). Am 2. September bestätigte die Bank of Canada mit dem siebten Hold in Folge bei 2,25 % ihren Kurs; sie wies darauf hin, dass die Aufwärtsrisiken für ihre Inflationsprognose angesichts anhaltend hoher Ölpreise und neuer Zölle gestiegen seien, und erklärte, sie sei bereit, die Geldpolitik bei Bedarf anzupassen. Die Sitzungen von EZB (10.09.), Fed (15.–16.09.), Bank of England (17.09.) und Bank of Japan (17.–18.09.) stehen zum Redaktionsschluss noch aus; laut Reuters-Umfrage vom 3. September erwarten alle 65 befragten Ökonomen einen weiteren EZB-Schritt auf 2,50 % am 10.09. — nach Einschätzung der meisten Befragten der letzte einer damit historisch kurzen Straffungsphase.
Die Grafik zeigt die Leitzinspfade als Treppenkurven — jede Stufe ist eine Zinsänderung; Sitzungen ohne Zinsschritt sind nicht dargestellt. Gut erkennbar: der gemeinsame Absturz in der Finanzkrise 2008/09, das Jahrzehnt der Null- und Negativzinsen, der historisch steile Straffungszyklus 2022/23 gegen die Inflationswelle, der Senkungszyklus 2024/25 — und das aktuelle Plateau, von dem aus EZB und BoJ im Juni 2026 als Erste wieder nach oben abgebogen sind.
Leitzinsen in % seit Januar 2008. Fed: oberes Ende des Zielbands · EZB: Einlagesatz · BoJ/SNB: marktübliche Konvention — vereinfachte Leitzins-Äquivalente, nicht 1:1 mit Fed/EZB/BoE/BoC vergleichbar (siehe Methodik). Letzter Datenpunkt 7. September 2026 = Stichtags-Marker (kein Zinsschritt); eingezeichnete Juni-Schritte: EZB +25 bp auf 2,25 % (wirksam 17.06.) und BoJ +25 bp auf 1,00 % (16.06.); im Juli bestätigten EZB (23.07.), BoC (15.07.), Fed (29.07.), BoE (30.07.) und BoJ (31.07.) ihren Kurs mit Holds, ebenso die BoC am 02.09. (7. Hold in Folge). Quellen: offizielle Notenbank-Historien.
Öffentlich berichtete Einschätzungen großer internationaler Banken zum erwarteten Leitzins-Niveau am Jahresende 2026. Zusammengestellt ausschließlich aus Medienberichten und frei zugänglichen Publikationen der Institute (keine Wiedergabe kostenpflichtiger Research-Reports). Es handelt sich um Einschätzungen Dritter zum jeweils angegebenen Stand; sie können jederzeit revidiert werden. Hinweis: Die für Juni erwarteten Schritte sind umgesetzt — EZB am 11.06. (Einlagesatz 2,25 %, wirksam 17.06.) und BoJ am 16.06. (auf 1,00 %); die BoC bestätigte am 02.09. ihren siebten Hold in Folge; die Jahresend-Prognosen der Banken bleiben davon grundsätzlich unberührt, wurden aber teils seither revidiert (siehe Fed/GS, BoE/JPM, BoJ/Barclays unten).
| Bank | Fed akt. 3,50–3,75 % | EZB akt. 2,25 % | BoE akt. 3,75 % | BoJ akt. 1,00 % |
|---|---|---|---|---|
| Goldman Sachs | 3,50–3,75 % — Hold bis Jahresende, Cuts erst 2027 (17.08.2026 ⁵) | 2,50 % — Hikes Juni + Sep. (04/2026) | 3,75 % — längere Pause, Cut erst 2027 (Frühjahr 2026) | Hike im Juli; Terminalrate 1,50 % bis Mitte 2027 (12/2025 ¹) |
| J.P. Morgan | 3,50–3,75 % — keine Cuts 2026; nächster Schritt eher Hike 2027 (03/2026) | 2,50–2,75 % — Hikes ab Juni ² (03/2026) | 4,00 % — Hike-Termin von Juni auf November verschoben (17.06.2026 ⁶) | 1,00 % — Hike im Juni (Frühjahr 2026) |
| Bank of America | 3,50–3,75 % — Cut erst Juli 2027; Hike-Risiko genannt (05/2026) | k. A. | k. A. | Terminalrate 1,50–1,75 % bis Ende 2027 (12/2025 ¹) |
| Deutsche Bank | 3,50–3,75 % — Hold durch 2026 (04/2026) | 2,50 % — Hikes Juni + Sep. (04/2026) | k. A. — hawkischer Ton, keine Zahl (05/2026) | k. A. |
| Barclays | 3,50–3,75 % — keine Cuts; Cut erst März 2027 (05/2026) | 2,50 % — Hikes Juni + Sep. (04/2026) | k. A. — Hike-Risiko geflaggt (03/2026) | 1,25 % — Hike-Termin von Juli auf Oktober verschoben, September ähnlich wahrscheinlich (Stand ~08/2026 ³) |
| HSBC | 3,50–3,75 % — Hold (Q1/2026) | 2,00 % — Hold (Q1/2026 ¹) | k. A. | k. A. ¹ |
| NatWest ⁴ | k. A. — seit dem „Year Ahead 2026“ (Dez. 2025) keine öffentlich berichtete, aktualisierte Prognose auffindbar | |||
| Zum Vergleich: Markt/Konsens | 3,50–3,75 % | 2,50 % (Reuters-Umfrage 03.09.) | 3,75 % (Reuters-Umfrage 18.08.) | 1,00–1,25 % |
¹ Stand vor dem Nahost-Energieschock (Ende Februar 2026) — möglicherweise überholt. ² Ursprünglich drei Hikes inkl. April; der April-Hike fand nicht statt, eine öffentlich berichtete Revision war nicht auffindbar. ³ Nur über Sekundärquelle berichtet — mit Vorbehalt; der ursprünglich für Juli erwartete Hike fand nicht statt (BoJ hielt am 31.07. bei 1,00 %). ⁴ NatWest = vormals Royal Bank of Scotland. ⁵ Löst die frühere GS-Prognose vom 05/2026 (ein Cut im Dez.) ab. ⁶ Löst die frühere JPM-Prognose vom 04/2026 (Hike im Juni) ab, nachdem dieser Hike nicht stattfand.
Quellen (Auswahl): Reuters via Investing.com, 20.03.2026 (Sammelmeldung EZB/BoE-Hike-Calls: J.P. Morgan, Barclays, Deutsche Bank, Goldman Sachs) · CNBC, 20.03.2026 · investingLive, 11.05.2026 (GS/Fed, überholt) · Yahoo Finance/Goldman Sachs, 17.08.2026 (GS/Fed, aktuelle Prognose) · TheStreet, 03/2026 (JPM/Fed) · CBS News, 05/2026 (BofA/Fed) · Reuters via Investing.com, 17.04.2026 (DB/Fed) · FXStreet, 13.04.2026 (DB/EZB) · Reuters via Investing.com, 04.05.2026 (Barclays/Fed) · Reuters via Investing.com, 17.06.2026 (JPM/BoE, aktuelle Prognose) · Investing.com, ~08/2026 (Barclays/BoJ) · HSBC Global Economics Quarterly, Q1/2026 · NatWest Year Ahead 2026, 12/2025 · Konsenszeile EZB: Reuters-Umfrage, 03.09.2026 (65 Ökonomen) · Konsenszeile BoE: Reuters-Umfrage via HomeOwners Alliance, 18.08.2026 (64 Ökonomen).
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Die Erwartungen haben sich seit dem Kriegsausbruch Ende Februar 2026 drastisch verschoben: Noch im Februar wurden für 2026 fast überall weitere Zinssenkungen gepreist — inzwischen sind diese Wetten weitgehend ausgepreist. Die EZB hat ihren Senkungszyklus am 11. Juni umgekehrt (erste Anhebung seit dem Zyklusende), die BoJ hat am 16. Juni mit dem Schritt auf 1,00 % ihre seit März 2024 laufende Normalisierung fortgesetzt. Die Bank of Canada bestätigte am 2. September mit dem siebten Hold in Folge ihren abwartenden Kurs, flaggte aber erstmals ausdrücklich ein Hike-Risiko durch Zölle und Ölpreise.
| Notenbank | Satz aktuell | Nächste Sitzung (2026) | Erwartung nächste Sitzung | Erwartung Jahresende 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Fed | 3,50–3,75 % | 15.–16.09. | Hold am 29.07. umgesetzt (Votum 9:3 — Hammack, Kashkari, Logan für +25 bp); CME FedWatch (Anfang September) preist rund 30 % Hike-Wahrscheinlichkeit für den 16.09. | 3,50–3,75 %; Goldman Sachs revidierte am 17.08. auf Hold bis Jahresende (Cuts erst 2027); Restrisiken in beide Richtungen |
| EZB | 2,25 % | 10.09. | Hold am 23.07. umgesetzt (einstimmig, wie erwartet); Reuters-Umfrage vom 03.09. (65 Ökonomen): 100 % erwarten +25 bp auf 2,50 % am 10.09. | 2,50 %; 91 % der Befragten sehen dies als letzten Schritt der Straffungsphase, 78 % erwarten diesen Stand bis Mitte 2027 |
| BoE | 3,75 % | 17.09. | Hold am 30.07. umgesetzt (Votum 6:3 — Pill, Greene, Mann für +25 bp auf 4,00 %); Reuters-Umfrage vom 18.08. (64 Ökonomen): kein Befragter erwartet eine Änderung am 17.09. | 3,75 %; 56 von 64 Ökonomen erwarten Hold bis Jahresende (Prognosespanne insgesamt: 3,50 % bis 4,25 %+) |
| BoJ | 1,00 % | 17.–18.09. | Hold am 31.07. umgesetzt bei 1,00 % (Votum 8:1 — Takata für +25 bp auf 1,25 %); Markt preist laut Bloomberg (24.08.) rund 80 % Hike-Wahrscheinlichkeit für den 17.–18.09. | 1,00–1,25 %; Goldman sieht Terminalrate bei 1,50 % |
| SNB | 0,00 % | 24.09. | Hold am 18.06. umgesetzt; erhöhte Interventionsbereitschaft bekräftigt | 0,00 %; Negativzinsen gelten als unwahrscheinlich |
| BoC | 2,25 % | 28.10. | Hold am 02.09. umgesetzt (7. Hold in Folge); BoC warnt vor Hike-Risiko durch Zölle und Ölpreise | 2,25 % (Ökonomen-Konsens) vs. 2,75–3,00 % (Swaps preisen Hikes ab Oktober, Stand Juni 2026) |
Vom Krisen-Nullzins (2008–2015) über zwei Straffungszyklen zum Gipfel bei 5,50 % (Juli 2023). Senkungen ab Sept. 2024; die letzten drei Schritte folgten erst Ende 2025. Seit Dezember 2025: Plateau bei 3,50–3,75 %, zuletzt am 29.07.2026 bestätigt (Votum 9:3 — drei Mitglieder für eine Anhebung). Die nächste Sitzung (15.–16.09.2026) steht noch aus; Goldman Sachs revidierte seine Prognose am 17.08.2026 auf Hold bis Jahresende.
Acht Jahre Negativzins (2014–2022), dann der steilste Straffungszyklus der Euro-Geschichte auf 4,00 %. Acht Senkungen bis Juni 2025 auf 2,00 %. Am 11. Juni 2026 hob die EZB den Einlagesatz erstmals seit dem Zyklusende wieder an — auf 2,25 % (wirksam 17. Juni) — und ist damit die erste große westliche Notenbank, die aus dem Senkungszyklus 2024/25 zurück in die Straffung dreht. Am 23. Juli 2026 bestätigte sie diesen Stand mit einem einstimmigen Hold; die EZB bekräftigte dabei ausdrücklich ihren datenabhängigen, sitzungsweisen Ansatz und legte sich nicht auf einen bestimmten Zinspfad fest. Märkte und Ökonomen rechneten dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem weiteren Schritt im September. Eine Reuters-Umfrage vom 03.09.2026 zeigt, dass alle 65 befragten Ökonomen einen weiteren Schritt auf 2,50 % am 10.09.2026 erwarten — nach Einschätzung der meisten Befragten der letzte einer damit historisch kurzen Straffungsphase.
Pandemie-Tief bei 0,10 %, Gipfel bei 5,25 % (Aug. 2023), seither sechs Senkungen im Quartalsrhythmus auf 3,75 %. Am 30.07.2026 hielt die BoE erneut bei 3,75 % (Votum 6:3 — Pill, Greene und Mann für +25 bp auf 4,00 %). Eine Reuters-Umfrage vom 18.08.2026 zeigt, dass kein befragter Ökonom eine Änderung bei der Sitzung am 17.09.2026 erwartet.
Der Ausreißer: rund 16 Jahre nahe null oder im negativen Bereich (2010–2016 in einem Band von 0–0,10 %, ab 2016 −0,10 % auf einen Teil der Überschussreserven), erst im März 2024 die Abkehr vom Negativzins. Einschließlich dieses Ausstiegs haben fünf geldpolitische Straffungsschritte den Satz auf 1,00 % gehoben — zuletzt +25 bp am 16. Juni 2026 (Votum 7:1), der höchste Stand seit September 1995. Am 31.07.2026 bestätigte die BoJ diesen Stand mit einem Hold (Votum 8:1 — Takata für +25 bp auf 1,25 %). Laut Bloomberg (24.08.2026) preist der Markt inzwischen rund 80 % Wahrscheinlichkeit für einen Hike bei der Sitzung am 17.–18.09.2026.
Mit −0,75 % (2015–2022) hielt die SNB einen der tiefsten Leitzinsen weltweit (auch Dänemark lag zeitweise bei −0,75 %). Nach kurzem Ausflug auf 1,75 % ging es ab März 2024 in sechs Schritten zurück auf 0,00 % — am 18.06.2026 dort bestätigt; übermäßiger Franken-Aufwertung begegnet die SNB primär mit Devisenmarkt-Interventionen statt mit weiteren Zinssenkungen. Die nächste Lagebeurteilung ist für den 24.09.2026 angesetzt (Quartalsrhythmus: März, Juni, September, Dezember).
Neun Senkungen um insgesamt 275 bp (Juni 2024 – Okt. 2025) auf 2,25 % — der aggressivste Lockerungszyklus der sechs. Jetzt im Spannungsfeld: US-Zölle belasten das Wachstum — nach einer Phase sehr schwachen Wachstums Ende 2025/Anfang 2026 (ein zunächst gemeldeter BIP-Rückgang in Q1 2026 wurde von Statistics Canada auf +0,1 % ggü. Vorquartal revidiert, danach kräftige Erholung in Q2 2026 auf +3,3 % annualisiertes Wachstum; nach den revidierten Daten keine technische Rezession) —, während Ölpreise die Inflation treiben. Der Swap-Markt preist ab Oktober sogar wieder Anhebungen. Am 15. Juli 2026 hielt die BoC zum sechsten Mal in Folge bei 2,25 %, am 2. September 2026 zum siebten Mal — diesmal mit ausdrücklicher Warnung, dass Zölle und Ölpreise die Inflation über 3 % treiben und einen Hike erzwingen könnten. Nächste Sitzung: 28.10.2026.
Die aktuellen Leitzinsen und Leitzinsänderungen von EZB, Fed, Bank of England, Bank of Japan, SNB und Bank of Canada sind die zentrale Steuergröße für das Zinsrisiko-Management im Corporate Treasury. Wer Zinsänderungsrisiken absichern will – etwa über Zinsswaps, Caps, Floors oder Forward Rate Agreements – braucht ein klares Bild der jüngsten Zinsentscheide, der Zinsentwicklung und des Zinsausblicks für 2026 sowie der vom Markt eingepreisten Zinserwartungen: Kommt die nächste Leitzinserhöhung oder eine Leitzinssenkung? Diese Seite dokumentiert die Leitzinspfade und alle Leitzinsänderungen seit 2008, die Sitzungstermine der Notenbanken und die aktuellen Markterwartungen – als Ausgangspunkt für Zinssicherungsstrategien, Finanzierungsentscheidungen und die Treasury-Planung.
Zinsdifferenzen zwischen Währungsräumen sind eine zentrale Determinante der FX-Forward-Bepreisung: Gemäß gedeckter Zinsparität (Covered Interest Parity) bestimmen sie rechnerisch den Forward-Auf-/Abschlag gegenüber dem Kassakurs; die tatsächlich beobachteten Forward-Punkte spiegeln daneben auch Cross-Currency-Basis, Funding-Bedingungen, Liquidität und Marktkonventionen wider. Geldpolitische Divergenz kann zudem den Kassakurs beeinflussen, doch FX-Bewegungen hängen von einer breiteren Faktorenmenge ab – darunter Erwartungen, Wachstum, Risikostimmung, Kapitalflüsse und geopolitische Entwicklungen. Corporate Treasurer, die Währungsrisiken aus Importen, Exporten oder konzerninternen Finanzierungen absichern – per Devisentermingeschäft, FX-Option oder Cross Currency Swap – finden hier den relevanten makroökonomischen Kontext für ihre Hedging-Strategie: EZB- und Fed-Zinsentscheide, die Zinswende sowie geldpolitische Divergenz zwischen EUR/USD, GBP, JPY, CHF und CAD.