GLORIARMS Research
Fed · EZB · Bank of England · Bank of Japan · SNB · Bank of Canada — alle Zinsänderungen seit 2008 als Grafik, dazu die aktuellen Markterwartungen für die Oktober-Sitzungen und das Jahresende 2026.
Datenstand: 24. Oktober 2026 · zuletzt geprüft: 25. Oktober 2026
KI-unterstützt · geprüft von Stefan Hamberger
Die Zinswende ist vollzogen: Innerhalb einer Woche hat die EZB ihren zweiten Zinsschritt der laufenden Straffungsphase und die Fed ihre erste Anhebung seit Juli 2023 geliefert und damit die Hold-und-Abwarten-Phase des Sommers beendet. Am 10. September 2026 hob die EZB alle drei Leitzinsen um 25 bp an und brachte den Einlagesatz auf 2,50 % (wirksam 16. September) — eine Reuters-Umfrage im Vorfeld der Sitzung hatte gezeigt, dass alle 65 befragten Ökonomen genau diesen Schritt erwarteten, nach Einschätzung der meisten Befragten den letzten der Straffungsphase. Am 16. September 2026 zog die Fed mit einer eigenen Anhebung um 25 bp nach und brachte das Zielband auf 3,75–4,00 % — einstimmig mit 12:0 Stimmen beschlossen, der erste Hike seit Juli 2023 und eine Kehrtwende gegenüber den „Hold bis Jahresende"-Einschätzungen, die mehrere Banken erst wenige Wochen zuvor getroffen hatten. Fed-Chair Kevin Warsh erklärte, der Schritt unterstütze „eine zeitnahere Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel des Ausschusses"; die aktualisierten Projektionen (Summary of Economic Projections) zeigen, dass 16 von 18 Mitgliedern für 2026 mindestens eine weitere Anhebung erwarten, vier davon sogar zwei weitere. Der durch den Nahost-Krieg ausgelöste Energiepreisschock bleibt der Hintergrund dieser Wende: Die Eurozone-Inflation zog im August auf 3,2 % an (bestätigter Endwert, revidiert von der Flash-Schätzung 3,3 %; nach 2,9 % im Juli; Kernrate 2,4 %, nach 2,5 %), getrieben von einem Energiepreis-Sprung auf +14,3 % ggü. Vorjahr (nach +10,3 % im Juli), während die US-Inflation von ihrem Mai-Hoch (4,2 %) über 3,5 % im Juni auf 3,4 % im Juli zurückging (Kernrate 2,5 %, nach 2,6 %; das 2-Prozent-Ziel der Fed bezieht sich auf den Gesamt-PCE-Preisindex, während der von der Fed als Indikator der zugrundeliegenden Inflation genau beobachtete Kern-PCE im Juli unverändert bei 3,3 % lag); die August-Werte für US-CPI lagen am 11. September vor (3,4 % ggü. Vorjahr, unverändert zum Juli-Wert; Kernrate 2,4 %, nach 2,5 %); der Kern-PCE für August lag laut BEA (30. September 2026, im Zuge einer jährlichen Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) bei 3,0 % (Gesamt-PCE 3,4 %). Die Bank of Japan hatte ihren Leitzins bereits am 16. Juni auf 1,00 % angehoben — den höchsten Stand seit September 1995 — und hielt diesen Stand im Juli; am 18. September zog sie mit einem Mehrheitsvotum von 7:2 (Asada Toichiro und Sato Ayano dagegen) erneut nach und hob den Leitzins um 25 bp auf 1,25 % an — wirksam ab 24. September und der höchste Stand seit September 1995; nächste Sitzung: 29.–30. Oktober 2026. Die Bank of England hielt am 17. September erneut bei 3,75 % (Votum 6:3 — Greene, Mann und Pill erneut für +25 bp auf 4,00 %), obwohl die britische Inflation durch den Energiepreisschock auf ein Fünf-Monats-Hoch von 3,1 % gestiegen war; die nächste Sitzung fällt auf den 5. November 2026. Die Bank of Canada tagte zuletzt am 2. September (siebter Hold in Folge bei 2,25 %, mit dem Hinweis auf steigende Aufwärtsrisiken für die Inflation durch Zölle und Ölpreise; nächste Sitzung 28. Oktober), die SNB beließ ihren Leitzins am 24. September unverändert bei 0,00 % und hob ihre bedingte Inflationsprognose an (Ø 0,7 % für 2026, je 0,8 % für 2027 und 2028); ihre nächste Lagebeurteilung fällt auf den 10. Dezember. Der Eurostat-Endwert vom 16. Oktober bestätigte für die Eurozone im September einen Anstieg der Inflation auf 3,8 % (nach 3,2 % im August; Kernrate 2,5 % und Energie +18,8 % laut Flash-Schätzung vom 2. Oktober). In der Woche bis 9. Oktober haben sich die Erwartungen weiter verschoben: Die Protokolle der September-Sitzung der Fed (veröffentlicht am 7. Oktober) zeigten, dass alle Teilnehmer die Anhebung mittrugen und die meisten eine weitere Anhebung bis Jahresende für wahrscheinlich angemessen hielten, während die marktimplizierte Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im Oktober auf rund 16–22 % sank (CME FedWatch 21,6 % am 7. Oktober; rund 16–18 % am 9. Oktober laut Marktberichten); eine Reuters-Umfrage unter 73 Ökonomen (5.–8. Oktober) ergab, dass 70 für den 29. Oktober einen Hold der EZB bei 2,50 % und 64 im Dezember eine weitere Anhebung erwarten; und die Marktbewertung einer Anhebung der Bank of England am 5. November lag am 7. Oktober bei rund 81 % (FXStreet). In der Woche bis 16. Oktober standen die US-Verbraucherpreise im Mittelpunkt: Der September-CPI (BLS, veröffentlicht am 14. Oktober) stieg auf 3,7 % ggü. Vorjahr nach 3,4 % im August (+0,6 % ggü. Vormonat; erwartet: 3,6 %), die Kernrate auf 2,6 % nach 2,4 % (erwartet: 2,5 %); die marktimplizierte Wahrscheinlichkeit einer Fed-Anhebung im Oktober sprang von rund 22 % auf etwa 47 % und fiel danach auf rund 32 % zurück, während Futures eine Anhebung im Dezember mit rund 94 % einpreisten; Citi erwartet nun eine Anhebung im Dezember (CME FedWatch und Futures-Pricing laut investingLive vom 14. Oktober; die Citi-Prognose ist eine Drittmeinung). Fed-Chef Warsh gab am 16. Oktober kein Signal für den nächsten Schritt (Euronews). In Kanada zeigte die Arbeitsmarkterhebung für September rund 68.000 verlorene Stellen und eine auf 6,5 % gestiegene Arbeitslosenquote; die marktimplizierte Wahrscheinlichkeit einer BoC-Anhebung im Oktober sank damit auf rund 25 % (zuvor rund 40 %; Wealth Professional); fünf befragte Bay-Street-Ökonomen erwarteten zu diesem Zeitpunkt am 28. Oktober einen Hold. In der Woche bis 23./24. Oktober deuteten Inflationsdaten und Notenbanksignale weiter auf Straffung: Die britische Inflation stieg im September auf 3,5 % von 3,1 % (Kernrate 2,8 %, Dienstleistungen 3,7 %; ONS, 21. Oktober), und die Märkte preisten eine Anhebung der Bank of England auf 4,00 % am 5. November mit rund 98 % ein (LSEG-Daten laut FXStreet, 23. Oktober). Die kanadische Inflation stieg im September auf 3,1 % von 3,0 % (Statistics Canada, 19. Oktober; CPI-trim 1,8 %, CPI-median 1,9 %); nach Äußerungen von Gouverneur Macklem stieg die in Futures eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer BoC-Anhebung im Oktober von rund 30 % auf rund 75 %, und in einer Reuters-Umfrage (21.–23. Oktober) erwarten 19 von 34 Ökonomen am 28. Oktober eine Anhebung um 25 bp auf 2,50 % — in der vorherigen Umfrage hatten 80 % einen Hold bis Jahresende erwartet. Für die Fed lag die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im Oktober laut CME FedWatch bei rund 9 %, die einer Anhebung im Dezember bei rund 84 % (laut Yardeni Research vom 24. Oktober); nahezu alle Ökonomen einer Reuters-Umfrage erwarten im Oktober einen Hold und im Dezember eine Anhebung (FXStreet, 23. Oktober). Für EZB und BoJ wird in dieser Woche ein Hold erwartet; die Märkte preisten eine Anhebung im Dezember mit rund 75 % (EZB) bzw. 74 % (BoJ) ein (Yardeni Research, 24. Oktober), und in einer Reuters-Umfrage (13.–19. Oktober) erwarten 54 von 78 Analysten, dass die BoJ ihren Leitzins im Dezember auf 1,50 % anhebt.
Die Grafik zeigt die Leitzinspfade als Treppenkurven — jede Stufe ist eine Zinsänderung; Sitzungen ohne Zinsschritt sind nicht dargestellt. Gut erkennbar: der gemeinsame Absturz in der Finanzkrise 2008/09, das Jahrzehnt der Null- und Negativzinsen, der historisch steile Straffungszyklus 2022/23 gegen die Inflationswelle, der Senkungszyklus 2024/25 — und das aktuelle Plateau, von dem aus EZB und BoJ im Juni 2026 als Erste wieder nach oben abgebogen sind.
Leitzinsen in % seit Januar 2008. Fed: oberes Ende des Zielbands · EZB: Einlagesatz · BoJ/SNB: marktübliche Konvention — vereinfachte Leitzins-Äquivalente, nicht 1:1 mit Fed/EZB/BoE/BoC vergleichbar (siehe Methodik). Neue Datenpunkte: Fed +25 bp auf 4,00 % (oberes Ende, 16.09.2026) und BoJ +25 bp auf 1,25 % (18.09.2026, wirksam 24.09.); bei EZB, BoE, SNB und BoC markiert der 24. Oktober 2026 einen Stichtags-Checkpoint ohne zusätzlichen Zinsschritt über den bereits eingezeichneten Stand hinaus (EZB zuletzt Hike auf 2,50 % am 10.09., BoE Hold bei 3,75 % am 17.09., BoC Hold bei 2,25 % am 02.09., SNB Hold bei 0,00 % am 24.09.). Eingezeichnete Schritte seit Juni: EZB +25 bp auf 2,25 % (wirksam 17.06.) und BoJ +25 bp auf 1,00 % (16.06.); im Juli bestätigten EZB (23.07.), BoC (15.07.), Fed (29.07.), BoE (30.07.) und BoJ (31.07.) ihren Kurs mit Holds; am 10.09. hob die EZB erneut um 25 bp auf 2,50 % an; am 16.09. hob die Fed um 25 bp auf 4,00 % an; am 17.09. hielt die BoE bei 3,75 %; am 18.09. hob die BoJ um 25 bp auf 1,25 % an (wirksam 24.09.). Quellen: offizielle Notenbank-Historien.
Öffentlich berichtete Einschätzungen großer internationaler Banken zum erwarteten Leitzins-Niveau am Jahresende 2026. Zusammengestellt ausschließlich aus Medienberichten und frei zugänglichen Publikationen der Institute (keine Wiedergabe kostenpflichtiger Research-Reports). Es handelt sich um Einschätzungen Dritter zum jeweils angegebenen Stand; sie können jederzeit revidiert werden. Hinweis: EZB (10.09., auf 2,50 %) und Fed (16.09., auf 3,75–4,00 %) haben inzwischen beide angehoben und damit mehrere „Hold bis Jahresende"-Einschätzungen unten überholt (insbesondere Fed/GS); die BoE hielt am 17.09. bei 3,75 % (Votum 6:3) — im Einklang mit den meisten Jahresend-Prognosen unten; die BoJ zog am 18.09. mit einer Anhebung um 25 bp auf 1,25 % nach (wirksam 24.09.).
| Bank | Fed akt. 3,75–4,00 % | EZB akt. 2,50 % | BoE akt. 3,75 % | BoJ akt. 1,25 % |
|---|---|---|---|---|
| Goldman Sachs | 3,50–3,75 % — Hold bis Jahresende, Cuts erst 2027 (17.08.2026 ⁵) | 2,50 % — Hikes Juni + Sep. (04/2026) | 3,75 % — längere Pause, Cut erst 2027 (Frühjahr 2026) | Hike im Juli; Terminalrate 1,50 % bis Mitte 2027 (12/2025 ¹) |
| J.P. Morgan | 3,50–3,75 % — keine Cuts 2026; nächster Schritt eher Hike 2027 (03/2026) | 2,50–2,75 % — Hikes ab Juni ² (03/2026) | 4,00 % — Hike-Termin von Juni auf November verschoben (17.06.2026 ⁶) | 1,00 % — Hike im Juni (Frühjahr 2026) |
| Bank of America | 3,50–3,75 % — Cut erst Juli 2027; Hike-Risiko genannt (05/2026) | k. A. | k. A. | Terminalrate 1,50–1,75 % bis Ende 2027 (12/2025 ¹) |
| Deutsche Bank | 3,50–3,75 % — Hold durch 2026 (04/2026) | 2,50 % — Hikes Juni + Sep. (04/2026) | k. A. — hawkischer Ton, keine Zahl (05/2026) | k. A. |
| Barclays | 3,50–3,75 % — keine Cuts; Cut erst März 2027 (05/2026) | 2,50 % — Hikes Juni + Sep. (04/2026) | k. A. — Hike-Risiko geflaggt (03/2026) | 1,25 % — Hike-Termin von Juli auf Oktober verschoben, September ähnlich wahrscheinlich (Stand ~08/2026 ³) |
| HSBC | 3,50–3,75 % — Hold (Q1/2026) | 2,00 % — Hold (Q1/2026 ¹) | k. A. | k. A. ¹ |
| NatWest ⁴ | k. A. — seit dem „Year Ahead 2026“ (Dez. 2025) keine öffentlich berichtete, aktualisierte Prognose auffindbar | |||
| Zum Vergleich: tatsächlich/Konsens | 3,75–4,00 % (umgesetzt 16.09.) | 2,50 % (umgesetzt 10.09., wirksam 16.09.) | 3,75 % (umgesetzt 17.09., Hold) | 1,25 % (umgesetzt 18.09., wirksam 24.09.) |
¹ Stand vor dem Nahost-Energieschock (Ende Februar 2026) — möglicherweise überholt. ² Ursprünglich drei Hikes inkl. April; der April-Hike fand nicht statt, eine öffentlich berichtete Revision war nicht auffindbar. ³ Nur über Sekundärquelle berichtet — mit Vorbehalt; der ursprünglich für Juli erwartete Hike fand nicht statt (BoJ hielt am 31.07. bei 1,00 %). ⁴ NatWest = vormals Royal Bank of Scotland. ⁵ Löst die frühere GS-Prognose vom 05/2026 (ein Cut im Dez.) ab. ⁶ Löst die frühere JPM-Prognose vom 04/2026 (Hike im Juni) ab, nachdem dieser Hike nicht stattfand.
Quellen (Auswahl): Reuters via Investing.com, 20.03.2026 (Sammelmeldung EZB/BoE-Hike-Calls: J.P. Morgan, Barclays, Deutsche Bank, Goldman Sachs) · CNBC, 20.03.2026 · investingLive, 11.05.2026 (GS/Fed, überholt) · Yahoo Finance/Goldman Sachs, 17.08.2026 (GS/Fed, aktuelle Prognose) · TheStreet, 03/2026 (JPM/Fed) · CBS News, 05/2026 (BofA/Fed) · Reuters via Investing.com, 17.04.2026 (DB/Fed) · FXStreet, 13.04.2026 (DB/EZB) · Reuters via Investing.com, 04.05.2026 (Barclays/Fed) · Reuters via Investing.com, 17.06.2026 (JPM/BoE, aktuelle Prognose) · Investing.com, ~08/2026 (Barclays/BoJ) · HSBC Global Economics Quarterly, Q1/2026 · NatWest Year Ahead 2026, 12/2025 · Konsenszeile EZB: Reuters-Umfrage, 03.09.2026 (65 Ökonomen) · Konsenszeile BoE: Reuters-Umfrage via HomeOwners Alliance, 18.08.2026 (64 Ökonomen).
Genannte Institute und Marken sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. Die Nennung dient ausschließlich der Quellenangabe und impliziert keine Verbindung zu oder Billigung durch diese Institute.
Die Erwartungen haben sich seit dem Kriegsausbruch Ende Februar 2026 drastisch verschoben: Noch im Februar wurden für 2026 fast überall weitere Zinssenkungen gepreist — diese Wetten wurden inzwischen nicht nur ausgepreist, sondern in tatsächliche Anhebungen gedreht. Die EZB lieferte am 10. September die zweite Anhebung des Zyklus (auf 2,50 %), die Fed folgte am 16. September mit ihrem ersten Hike seit Juli 2023 (auf 3,75–4,00 %). Die Bank of Canada bestätigte am 2. September mit dem siebten Hold in Folge ihren abwartenden Kurs und flaggte ein Hike-Risiko durch Zölle und Ölpreise; die BoE hielt am 17. September bei 3,75 % (Votum 6:3), und die BoJ zog am 18.09. mit einer Anhebung um 25 bp auf 1,25 % nach (wirksam 24.09.).
| Notenbank | Satz aktuell | Nächste Sitzung (2026) | Erwartung nächste Sitzung | Erwartung Jahresende 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Fed | 3,75–4,00 % | 27.–28.10. | Hike am 16.09. umgesetzt (einstimmig 12:0, +25 bp auf 3,75–4,00 %; erste Anhebung seit Juli 2023); aktualisierter Dot-Plot: 16 von 18 Mitgliedern sehen mindestens eine weitere Anhebung noch 2026; Protokoll der September-Sitzung (07.10.): die meisten Mitglieder sehen eine weitere Anhebung bis Jahresende als wahrscheinlich angemessen; marktimplizierte Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im Oktober rund 9 % (CME FedWatch, 23./24.10., laut Yardeni Research; 14.–15.10.: rund 32 %); Anhebung im Dezember zu rund 84 % eingepreist | 3,75–4,50 %; laut Dot-Plot vom 16.09. sehen 16 von 18 FOMC-Mitgliedern mindestens eine weitere Anhebung 2026 |
| EZB | 2,50 % | 29.10. | Hike am 10.09. umgesetzt (einstimmig, +25 bp auf 2,50 %; Lagarde: „No-Brainer"); Reuters-Umfrage (05.–08.10., 73 Ökonomen): 70 erwarten einen Hold am 29.10. — EZB signalisiert Sitzung-für-Sitzung-Ansatz, weitere Anhebung nicht ausgeschlossen; Märkte preisen eine Anhebung im Dezember zu rund 75 % ein (Yardeni Research, 24.10.) | 2,75 % (64 von 73 Ökonomen erwarten im Dezember eine Anhebung; 40 von 70 sehen den Zinsgipfel bei 2,75 %, 24 bei 3,00 %; Reuters-Umfrage, 05.–08.10.) |
| BoE | 3,75 % | 05.11. | Hold am 17.09. umgesetzt (Votum 6:3 — Greene, Mann, Pill für +25 bp auf 4,00 %); UK-CPI im September auf 3,5 % gestiegen (von 3,1 %; Kernrate 2,8 %); Marktpreisung einer Anhebung am 05.11.: rund 98 % (LSEG-Daten laut FXStreet, 23.10.) | 3,75–4,00 %; größte Prognosespanne aller sechs (3,50 % bis 4,25 %+); Märkte preisen zudem überwiegend eine weitere Anhebung um 25 bp im Dezember ein (FXStreet, 23.10.) |
| BoJ | 1,25 % | 29.–30.10. | Hike am 18.09. umgesetzt (Votum 7:2 — Asada und Sato dagegen, +25 bp auf 1,25 %, wirksam 24.09.) — höchster Stand seit September 1995; Reuters-Umfrage (13.–19.10.): Hold am 30.10. erwartet; 54 von 78 Analysten erwarten eine Anhebung auf 1,50 % im Dezember | 1,50 % (Mehrheit der Reuters-Umfrage: Anhebung im Dezember; Märkte rund 74 %, Yardeni Research, 24.10.); Goldman sieht Terminalrate bei 1,50 % |
| SNB | 0,00 % | 10.12. | Hold am 24.09. umgesetzt; bedingte Inflationsprognose angehoben; Interventionsbereitschaft am Devisenmarkt bekräftigt | 0,00 %; Negativzinsen gelten als unwahrscheinlich |
| BoC | 2,25 % | 28.10. | Hold am 02.09. umgesetzt (7. Hold in Folge); BoC warnt vor Hike-Risiko durch Zölle und Ölpreise; September-CPI 3,1 % (19.10.); nach Äußerungen von Gouverneur Macklem erwarten in einer Reuters-Umfrage (21.–23.10.) 19 von 34 Ökonomen eine Anhebung auf 2,50 % am 28.10.; Marktpreisung rund 85 % (Yardeni Research, 24.10.; nach dem September-Arbeitsmarktbericht rund 25 %) | 2,50 % (Mehrheit der Reuters-Umfrage, 21.–23.10.; eine weitere Anhebung auf 2,75 % bis Ende März 2027 erwarten 16 von 29) vs. 2,25 % (Ökonomen ohne Zinsschritt-Erwartung) |
Vom Krisen-Nullzins (2008–2015) über zwei Straffungszyklen zum Gipfel bei 5,50 % (Juli 2023). Senkungen ab Sept. 2024; die letzten drei Schritte folgten erst Ende 2025. Seit Dezember 2025: Plateau bei 3,50–3,75 %, zuletzt am 29.07.2026 mit einem Hold bestätigt (Votum 9:3 — drei Mitglieder für eine Anhebung). Am 16.09.2026 hob das FOMC den Leitzins dann einstimmig (12:0) um 25 bp auf 3,75–4,00 % an — die erste Anhebung seit Juli 2023, nachdem mehrere Großbanken ihre Prognose nach dem August-CPI-Bericht (11.09.: 3,4 %, Kernrate 2,4 %) auf einen Hike gedreht hatten; der aktualisierte Dot-Plot zeigt 16 von 18 Mitgliedern mit mindestens einer weiteren Anhebung für 2026. Nächste Sitzung: 27.–28.10.2026. Das Protokoll der September-Sitzung, veröffentlicht am 7. Oktober, zeigte, dass alle Teilnehmer die Anhebung mittrugen und die meisten eine weitere Anhebung bis Jahresende erwarteten; die marktimplizierte Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im Oktober sank in den Folgetagen auf rund 16–22 %, sprang nach dem heißeren September-CPI (14. Oktober) von rund 22 % auf etwa 47 % und fiel danach auf rund 32 % zurück (CME FedWatch laut investingLive); eine Anhebung im Dezember war zu rund 94 % eingepreist. In der Woche bis 23./24. Oktober sank die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im Oktober auf rund 9 % und die einer Anhebung im Dezember auf rund 84 % (CME FedWatch laut Yardeni Research, 24. Oktober).
Acht Jahre Negativzins (2014–2022), dann der steilste Straffungszyklus der Euro-Geschichte auf 4,00 %. Acht Senkungen bis Juni 2025 auf 2,00 %. Am 11. Juni 2026 hob die EZB den Einlagesatz erstmals seit dem Zyklusende wieder an — auf 2,25 % (wirksam 17. Juni) — und ist damit die erste große westliche Notenbank, die aus dem Senkungszyklus 2024/25 zurück in die Straffung dreht. Am 23. Juli 2026 bestätigte sie diesen Stand mit einem einstimmigen Hold. Am 10. September 2026 — wie von allen 65 Ökonomen einer Reuters-Umfrage vom 3. September erwartet — lieferte die EZB eine zweite Anhebung: alle drei Leitzinsen um 25 bp (Einlagesatz auf 2,50 %, wirksam 16. September); die meisten Umfrageteilnehmer sahen dies als letzten Schritt einer damit historisch kurzen Straffungsphase. Die nächste Sitzung ist am 28.–29. Oktober 2026. Eine Reuters-Umfrage unter 73 Ökonomen (5.–8. Oktober) erwartet einen Hold am 29. Oktober (70 von 73) und eine weitere Anhebung im Dezember (64 von 73). Am 24. Oktober preisten die Märkte eine Anhebung im Dezember mit rund 75 % ein (Yardeni Research).
Pandemie-Tief bei 0,10 %, Gipfel bei 5,25 % (Aug. 2023), seither sechs Senkungen im Quartalsrhythmus auf 3,75 %. Am 30.07.2026 hielt die BoE erneut bei 3,75 % (Votum 6:3 — Pill, Greene und Mann für +25 bp auf 4,00 %). Eine Reuters-Umfrage vom 18.08.2026 hatte noch keine Änderung bei der Sitzung am 17.09. erwartet, doch die Marktpreise verengten sich in den folgenden Wochen deutlich — auf rund 45 % Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung (Stand 14.09.2026). Die Bank hielt am 17. September erneut, mit derselben 6:3-Konstellation (Greene, Mann und Pill erneut für +25 bp), da die britische Inflation durch den Energiepreisschock auf ein Fünf-Monats-Hoch von 3,1 % gestiegen war; die nächste Sitzung fällt auf den 5. November 2026. Im September stieg die britische Inflation weiter auf 3,5 % (ONS, 21. Oktober); die Marktpreisung einer Anhebung am 5. November stieg auf rund 98 % (LSEG-Daten laut FXStreet, 23. Oktober; 7. Oktober: rund 81 %), auch eine weitere Anhebung im Dezember ist überwiegend eingepreist.
Der Ausreißer: rund 16 Jahre nahe null oder im negativen Bereich (negativ ab 2016), erst im März 2024 die Abkehr vom Negativzins. Einschließlich dieses Ausstiegs haben fünf Zinsschritte den Satz auf 1,00 % gehoben — zuletzt +25 bp am 16. Juni 2026 (Votum 7:1). Am 31.07.2026 bestätigte die BoJ diesen Stand mit einem Hold (Votum 8:1 — Takata für +25 bp auf 1,25 %). Am 18.09.2026 zog die BoJ dann nach — wie von einer Bloomberg-Umfrage (11.09.2026) unter 52 Beobachtern mehrheitlich erwartet — und hob den Leitzins mit 7:2-Mehrheit (Asada Toichiro und Sato Ayano dagegen) um 25 bp auf 1,25 % an, wirksam ab 24.09.2026 — der höchste Stand seit September 1995. Nächste Sitzung: 29.–30.10.2026. In einer Reuters-Umfrage (13.–19. Oktober) wird am 30. Oktober ein Hold erwartet, 54 von 78 Analysten erwarten eine Anhebung auf 1,50 % im Dezember; die Märkte preisten eine Anhebung im Dezember mit rund 74 % ein (Yardeni Research, 24. Oktober).
Mit −0,75 % (2015–2022) hielt die SNB einen der tiefsten Leitzinsen weltweit (auch Dänemark lag zeitweise bei −0,75 %). Nach kurzem Ausflug auf 1,75 % ging es ab März 2024 in sechs Schritten zurück auf 0,00 % — am 18.06. und 24.09.2026 dort bestätigt; übermäßiger Franken-Aufwertung begegnet die SNB primär mit Devisenmarkt-Interventionen statt mit weiteren Zinssenkungen. Die nächste Lagebeurteilung ist für den 10.12.2026 angesetzt (Quartalsrhythmus: März, Juni, September, Dezember).
Neun Senkungen um insgesamt 275 bp (Juni 2024 – Okt. 2025) auf 2,25 % — der aggressivste Lockerungszyklus der sechs. Jetzt im Spannungsfeld: US-Zölle belasten das Wachstum — nach einer Phase sehr schwachen Wachstums Ende 2025/Anfang 2026 (ein zunächst gemeldeter BIP-Rückgang in Q1 2026 wurde von Statistics Canada auf +0,1 % ggü. Vorquartal revidiert, danach kräftige Erholung in Q2 2026 auf +3,3 % annualisiertes Wachstum; nach den revidierten Daten keine technische Rezession) —, während Ölpreise die Inflation treiben. Anfang Oktober waren die Ökonomen für die Entscheidung am 28. Oktober gespalten (UBS, Manulife, Oxford Economics und Scotiabank erwarteten einen Hike, RBC, Desjardins und Capital Economics nicht), und die marktimplizierten Hike-Wahrscheinlichkeiten lagen je nach Quelle und Datum zwischen rund einem Drittel und einem Münzwurf. Nach dem Arbeitsmarktbericht für September (rund 68.000 verlorene Stellen, Arbeitslosenquote 6,5 %) sank die implizierte Wahrscheinlichkeit eines Hikes im Oktober auf rund 25 % (zuvor rund 40 %), und fünf befragte Bay-Street-Ökonomen erwarteten zu diesem Zeitpunkt einen Hold (Wealth Professional). Am 15. Juli 2026 hielt die BoC zum sechsten Mal in Folge bei 2,25 %, am 2. September 2026 zum siebten Mal — diesmal mit dem Hinweis, dass die Aufwärtsrisiken für die eigene Inflationsprognose angesichts anhaltend hoher Ölpreise und neuer Zölle gestiegen sind, und mit der Erklärung, die Geldpolitik bei Bedarf anzupassen. Die kanadische Inflation stieg im September auf 3,1 % (Statistics Canada, 19. Oktober); nach Äußerungen von Gouverneur Macklem stieg die in Futures eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im Oktober auf rund 75 %, und in einer Reuters-Umfrage (21.–23. Oktober) erwarten 19 von 34 Ökonomen am 28. Oktober eine Anhebung um 25 bp auf 2,50 % (Marktpreisung am 24. Oktober rund 85 %, Yardeni Research). Nächste Sitzung: 28.10.2026.
Die aktuellen Leitzinsen und Leitzinsänderungen von EZB, Fed, Bank of England, Bank of Japan, SNB und Bank of Canada sind eine wichtige Einflussgröße für das Zinsrisiko-Management im Corporate Treasury. Wer Zinsänderungsrisiken absichern will – etwa über Zinsswaps, Caps, Floors oder Forward Rate Agreements – braucht ein klares Bild der jüngsten Zinsentscheide, der Zinsentwicklung und des Zinsausblicks für 2026 sowie der vom Markt eingepreisten Zinserwartungen: Kommt die nächste Leitzinserhöhung oder eine Leitzinssenkung? Diese Seite dokumentiert die Leitzinspfade und alle Leitzinsänderungen seit 2008, die Sitzungstermine der Notenbanken und die aktuellen Markterwartungen – als Ausgangspunkt für Zinssicherungsstrategien, Finanzierungsentscheidungen und die Treasury-Planung.
Zinsdifferenzen zwischen Währungsräumen sind eine zentrale Determinante der FX-Forward-Bepreisung: Gemäß gedeckter Zinsparität (Covered Interest Parity) bestimmen sie rechnerisch den Forward-Auf-/Abschlag gegenüber dem Kassakurs; die tatsächlich beobachteten Forward-Punkte spiegeln daneben auch Cross-Currency-Basis, Funding-Bedingungen, Liquidität und Marktkonventionen wider. Geldpolitische Divergenz kann zudem den Kassakurs beeinflussen, doch FX-Bewegungen hängen von einer breiteren Faktorenmenge ab – darunter Erwartungen, Wachstum, Risikostimmung, Kapitalflüsse und geopolitische Entwicklungen. Corporate Treasurer, die Währungsrisiken aus Importen, Exporten oder konzerninternen Finanzierungen absichern – per Devisentermingeschäft, FX-Option oder Cross Currency Swap – finden hier den relevanten makroökonomischen Kontext für ihre Hedging-Strategie: EZB- und Fed-Zinsentscheide, die Zinswende sowie geldpolitische Divergenz zwischen EUR/USD, GBP, JPY, CHF und CAD.