Kurzantwort
Die Kosten einer Währungsabsicherung haben im Kern drei Bestandteile: die Terminpunkte, die vor allem die Zinsdifferenz der beiden Währungen widerspiegeln (Cost of Carry – je nach Richtung Aufwand oder Ertrag), bei Optionen die Prämie und die Transaktionskosten aus der Geld-Brief-Spanne, in der die Bankmarge meist schon enthalten ist. Dazu kommt der interne Aufwand je Geschäft. Ein großer Hebel liegt im Volumen: Weniger unnötiges Hedge-Volumen senkt die volumenabhängigen Kosten.
Woraus Hedging-Kosten bestehen
| Kostenart | Was dahintersteckt | Wovon sie abhängt |
|---|---|---|
| Terminpunkte / Carry | Der Terminkurs weicht vom Kassakurs vor allem um die Zinsdifferenz der beiden Währungen ab; am Markt kommt die Cross-Currency-Basis hinzu. Das ist keine Gebühr: Je nach Richtung ist es ein Aufschlag oder ein Abschlag. | Zinsdifferenz, Laufzeit, Export oder Import |
| Optionsprämie | Der Preis für das Recht, aber nicht die Pflicht, zu einem festen Kurs zu tauschen. Sie wird üblicherweise im Voraus gezahlt. | Volatilität, Laufzeit, Basispreis, Struktur |
| Spread & Marge | Die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs; die Bankmarge ist im quotierten Kurs meist schon enthalten. | Liquidität der Währung, Geschäftsgröße, Bank. Bei Schwellenländerwährungen deutlich höher als bei G10 |
| Interner Aufwand | Abschluss, Bestätigung, Buchung, Dokumentation, gegebenenfalls Hedge Accounting. | Anzahl der Geschäfte, nicht deren Größe |
Der übersehene Kostentreiber: mehr Absicherung als nötig
Viele Hedging-Richtlinien legen je Währung einen festen Prozentsatz fest. Das ist einfach und gut prüfbar. Es sichert aber jede Währung so ab, als stünde sie allein. Gleichen sich Ihre Währungen teilweise aus, tragen Sie auf Portfolioebene weniger Risiko als die Summe der Einzelrisiken. Zusätzliche Absicherung kann das Risiko weiter senken. Entscheidend ist, ob dieser zusätzliche Schutz für Ihr Risikoziel nötig ist und seine Kosten rechtfertigt.
- Weniger Volumen: absichern bis zum Risikoziel des Portfolios, nicht bis zur Quote jeder einzelnen Währung.
- Günstigere Währungen zuerst: wo zwei Währungen ähnlich wirken, sichern Sie die mit geringerem Carry und engerem Spread.
- Weniger Geschäfte: wenige gezielte Sicherungen statt vieler kleiner senken den internen Aufwand.
Weniger unnötiges Volumen senkt volumenabhängige Transaktionskosten und gegebenenfalls Optionsprämien. Der Carry-Effekt hängt von Währung, Richtung und Laufzeit ab – weniger Volumen kann auch einen positiven Carry verringern. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt korrelationsgesteuertes Hedging.
Kosten und Risiko nebeneinander in GLORIAnalytics
- Cost of Carry je Währung — im Dashboard und im Currency Grid neben Exposure und Peak Risk.
- Strategien im Vergleich — keine weiteren Hedges, Vorschläge nach Hedging-Policy oder Absicherung mit Forwards: Sie sehen Kosten und Risiko jeder Variante in fünf Marktszenarien.
- Optionsprämie vor dem Abschluss — der Optionspreisrechner bewertet Strukturen auf Basis des aktuellen Vol-Smiles, damit Sie Bankangebote prüfen können.
- Was die Absicherung gebracht hat — die Postmortem-Auswertung stellt Ergebnis und Budgetkurs einander gegenüber.
Fiktives Beispiel
Gleiches Volumen, mehr Wirkung
Im Musterportfolio unserer Seite zum korrelationsgesteuerten Hedging senken 10 Mio. EUR Absicherung, gezielt in USD, das Risiko von 4,6 auf 4,0 Mio. EUR. Dieselben 10 Mio. gleichmäßig über alle Währungen verteilt: nur auf 4,3 Mio. EUR.
Gleiches Absicherungsvolumen, deutlich mehr Risikowirkung. Zum Beispiel →